Samstag, 4. Januar 2014

Gedanken zu Peter Lauster: Liebe oder Was Freiheit bedeutet

Ich habe mittlerweile den ersten Abschnitt aus Peter Lausters Buch: "Liebe. Psychologie eines Phänomens" gelesen, teilweise mit meinem Mann zusammen und ich muss es schlicht und ergreifend als horizonterweiternd beschreiben.
Viele dieser Gedanken, Ideen und Ansätze, die er beschreibt, habe ich bereits mit 13/14 Jahren durchdacht wie mir heute, bei der Sichtung alter Dokumente von mir wieder auffiel. Aber ich habe sie ignoriert und verworfen, da mir die Gesellschaft andere Ansichten und Denkweisen präsentiert und auch übergestülpt hat. Mit 13 besitzt man eine unglaubliche Naivität und das Weltverständnis ist aber so unglaublich klar und rein, wie es sein sollte. Damit hätte man weiterarbeiten und weiterdenken sollen, aber die Gesellschaft, die Freunde lassen es nicht zu.
Natürlich muss ich erwähnen, dass ich in einem vollkommenen freien Hause großgeworden bin, wo es keine Ansprüche an mich gab. Niemand hat etwas erwartet oder gefordert von mir als Person. Ich konnte mich frei entwickeln. Alles was ich interessant oder für erforschenswert hielt. konnte ich austesten, auch wenn es so etwas verklemmtes wie die Kirche war. Ich wollte einfach herausfinden, warum Millionen oder gar Milliarden Menschen sich diesem Thema widmen. Schnell wurde mir klar, dass dort nur Antworten geliefert und Dogmen festgelegt wurden, damit man sich nicht mehr selbst Gedanken machen musste - und sehr wahrscheinlich zu anderen Antworten gekommen wäre - was für das System kontraproduktiv gewesen wäre. Und da ich schon immer einen anderen Plan für mein Leben hatte, als ein klassisches, kam dies nicht für mich in Frage.
Aber nun mal zurück zu dem, was dieses Buch beschreibt. Ich finde persönlich einfach nur unglaublich befreiend zu lesen, dass man mit seinen Gedanken nicht alleine ist: Liebe und Sexualität sind ein und dasselbe. Liebe und Sex sind in so viele Mythen gehüllt, dass sich fast alle Menschen davon einfangen lassen und danach leben. Sie leben danach um die Konventionen zu erfüllen, die sie ihr Leben lang eingetrichtert bekommen. Konventionen sind im Übrigen ein Thema, welches ich schon seit einigen Monaten wälze.
Aber dazu in einem späteren Stück.
Wenn der Mensch im Allgemeinen fähig wäre, sich von allen Ängsten, Konventionen und gesellschaftlichen Verpflichtungen zu befreien, würden wir ein freies, friedliches und überaus glückliches Leben führen. Wir alle! Aber es ist nicht möglich, weil damit unser kapitalistisches System zusammenstürzen würde, und es zu viele Interessensvertreter gibt, die daran gar kein Interesse haben. Diese Interessensvertreter  gehören der Kirche, der Industrie oder/ und der Politik an. Nur um dies klar zu stellen.
Frei sein, heißt im Klartext: Frei von Eifersucht und Verlustängsten, frei von Hass und Neid. Klingt nicht besonders, ist es aber. Was wäre unsere Konsumgesellschaft, wenn ich ihn nicht meinen Nachbarn für sein großes Auto beneiden würde und ich mir einen Kredit aufbürge um mitzuziehen? Und dies ist nur ein überaus plakatives Beispiel. Dies gilt ebenso im Kleinen. Neid und Eifersucht treibt unsere Gesellschaft an und führt zu Uberschuldung, grenzenlosem Konsum und nicht erfüllten wirklich wichtigen Bedürfnissen wie Liebe, Zuneigung und Vertrauen.
Wie wenige Menschen verwenden ihre Zeit damit wirklich zu lieben und Menschen zu suchen, die ebenfalls lieben möchten und vor allem auch können. Um Liebe zu finden, muss man zu allererst bereit sein selbst Liebe zu geben und den anderen nicht besitzen zu wollen. Das wird nämlich nur allzu häufig verwechselt.
Ich für meinen Teil, empfinde keine Eifersucht mehr, wenn mein Mann mir erzählt, dass er in unserer bisher fünfjährigen Beziehung auch mal eine andere Frau begehrt hat und vielleicht sogar verliebt in sie war. Denn dies ist vollkommen normal, natürlich und verständlich. Jedenfalls für einen Menschen, der keine Angst haben muss, dass sein Partner ihn verlässt, weil er sich dessen Liebe bewusst ist und selbst über das ausreichende Maß an Selbstbewusstsein verfügt, um nicht darüber zu zerbrechen. Wie man dazu kommt? Wenn es nicht von der Kindheit an vorhanden ist, dann erlernt man dies nur über Kommunikation. Kommunikation mit dem eigenen Partner und mit Freunden, die im Geist frei und unvoreingenommen sind. Ich kann mich überaus glücklich schätzen beides nutzen zu können. Und ich hoffe meine Erkenntnisse weitergeben zu können.

Dies heute soll nur ein kleiner Anreiz dessen sein, was es zukünftig zu durchdenken gilt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen